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Thompson Twins: Doctor! Doctor!

Thompson Twins: Doctor! Doctor!

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Alleskönnerin

Heute starte ich mal mit einem Rätsel. Nennt mir bitte eine berühmte Frau, die in den 80ern in verschiedenen Charts ganz oben stand! Ja ok, das ist leicht. Da kommt man sicherlich sofort auf Madonna. Na gut, weiter gehts: Nennt mir bitte eine brühmte Neuseeländerin! Ist vielleicht etwas schwerer. Aber vermutlich kommen einige von Euch sofort auf die gerade zurück getretene Premierministerin Jacinda Ardern oder die Sängerin Lorde. Jedenfalls wären das meine zwei Lösungen. Gut, machen wir es schwieriger: Nennt mir bitte eine Londoner Hausbesetzerin, eine Glassgusskünstlerin, eine Anti-Gentechnikaktivistin, eine Visual- Arts- Künstlerin und eine Frau, die mit zwei Männern verheiratet war, die jeweils Nummer 1- Hits in den US- Dance-Charts hatten! Ha, vermutlich kommt ihr bei all diesen Fragen etwas oder sehr ins Schlittern. Nun, ich habe recherchiert und unglaubliche Dinge erfahren dürfen. Die Antworten auf all diese Fragen lassen sich auf einen Namen kondensieren: Alannah Currie.

HausbesetzerInnen from Sheffield and New Zealand, unite!

Fangen wir mit der Hausbesetzersache an. 1977 wandert Alannah Currie (Da ist sie 19 oder 20) als gelernte Journalistin ins Vereinigte Königreich aus. Dort wird sie zur Hausbesetzerin. Zur gleichen Zeit, ein paar Häuser weiter in derselben Straße, wird ein weiteres Haus von Hausbesetzern um Tom Bailey in Beschlag genommen. Dessen Weg dorthin war jedoch nicht ganz so weit wie Curries. Er kam aus Sheffield (The Human League, Heaven 17) und machte mit Dreien seiner Hausbesetzerfreunde ein wenig Musik. Ein weiterer Freund wurde zuerst zum Roadie und dann zum Manager einer Band, die sich fortan Thompson Twins nennen sollte. Irgendwann treffen Bailey und Currie aufeinander und zapfen illegalerweise den Strom aus Curries Nachbarhaus an. Currie trägt zunächst lose zum musikalischen Schaffen der Jungs bei, ohne Bandmitglied zu werden.

In the name of love (nicht U2)

Im Frühjahr 1980 veröffentlichen die Thompson Twins (noch in Viererformation) schließlich ihre erste Single „Squares and triangles“ auf eigenem Label und 1981, mittlerweile als Siebener- Gruppe und nach wie vor offiziell ohne Currie, das erste Album „A product of…(participation)„. Hausbesetzer ist man da noch immer. Klang die erste Single noch irgendwie nach Pre-New Wave mit fernen Anklängen von Ska und Punk, klingt die Single „In the name of love“ vom zweiten Album „Set“ aus dem Jahre 1982 komplett nach poppigem New Wave. Mittlerweile hat man einen Plattenvertrag bei Arista und der Stil und Sound der Gruppe ist, meinem Empfinden nach, ein komplett anderer. „In the name of love“ steigt auf Platz 1 der US Dance Charts und inzwischen ist Currie offizielles Bandmitglied.

500 Pfund und Tim und Struppi

Im selben Jahr überzeugt ihr Manager die drei späteren 3 späteren übrigbleibenden Thompson Twins (Currie, Bailey und Leeway), die Band auf eben diese 3 zu schrumpfen, den anderen 4 mitzuteilen, dass die Band am Ende sei, Ihnen je 500 Britische Pfund in die Hand zu drücken, ihnen ihre Instrumente zu überlassen und zu verbieten, den Namen Thompson Twins weiter zu benutzen. Der Name der Band stammt übrigens aus „Tim und Struppi„. Die Detektive, die im Deutschen „Schulze und Schultze“ und im Belgischen Original „Dupont et Dupond“ sind, heißen im Englischen Sprachraum….genau…“Thomson and Thompson„. Übrigens sehen die in allen Sprachen wie Zwillinge aus.

Steckt die Köpfe zusammen!

Jetzt war man also ein Trio. Man steckt die Köpfe zusammen, entwirft ein spezielles Logo für die Band, kleidet sich neu ein, denkt sich Frisuren für jedes Mitglied aus, arbeitet an Choreografien. Zudem legt man Zuständigkeiten fest. Currie ist für das visuelle Auftreten der Band (auch Musikvideos) zuständig, Bailey für die musikalische Produktion und den Sound und Joe Leeway für das Bühnendesign. Das alles zahlt sich aus. Drei Singles des dritten Albums schaffen es in die UK Top 10. Das Album selbst schafft es auf Platz 2.

Höhepunkt und langsamer Niedergang

Das 4. Album „Into the Gap“ wird dann im Jahre 1984 zum Höhepunkt des Erfolges. Aus ebenjenem Album wurden unter anderem die Songs „Hold me now“ und mein Superorhrwurm „Doctor! Doctor!“ veröffentlicht. 1985 tritt man schließlich bei Live Aid in Philadelphia zusammen mit Madonna auf und veröffentlicht das 5. Album, was aber nicht mehr an den Erfolg der beiden Vorgängeralben anknüpfen kann. Danach zerbricht das Trio; Leeway verlässt die Band. Baily und Currie bekommen insgesamt zwei Kinder zusammen und heiraten 1991 in Las Vegas. 1993 begräbt man das Projekt „Thompson Twins“ nach insgesamt 8 Studioalben. Die beiden versuchen es in den frühen 90ern trotzdem noch unter anderem Namen. Die Band „Babble“ veröffentlicht insgesamt 2 Alben, bevor auch dieses Projekt begraben wird.

Currie findet neue Aufgaben

Zusammen zieht man nach Neuseeland. Currie engagiert sich zunächst als Reaktion auf den Tod ihrer Schwester durch Creutzfeld-Jakob gegen Gentechnik und versucht sich in Glassguss. Nach der Scheidung der beiden ziehen beide unabhängig voneinander nach London, wo Currie Visual-Arts- Künstlerin und eine Menge Preise gewinnt. Doch leider verbrennt ihr zweiter Ehemann Geld. Ehm, das meine ich nicht metaphorisch, sondern wortwörtlich. Dieser ist nämlich Jimmy Cauty, einer von Zweien der Band „The KLF„, die mit „3 a.m. eternal“ 1991 in den US-Charts ganz oben landeten. In einer fetten PR- Aktion verbrennen „The KLF“ 1994 eine Million Britische Pfund, vermutlich als Protestaktion gegen die Macht des Geldes? Ich weiß es nicht. Manche behaupten ja, es wären gefälschte Scheine gewesen. Da die Aktion so viel Beachtung fand ist es letztlich egal, ob es echtes oder falsches Geld war. Aber ich schweife ab.

Bitte verfilmen!

Tom Bailey lebt seit 2022 in Neuseeland und tritt wieder auf, sogar mit neuem Material. In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich noch mal das Album „Into the Gap“ reingezogen. Das Album sprüht vor kompositorischen und klanglichen Ideen. Auch wenn bei den meisten Leuten, so wie bei mir, nur „Doctor! Doctor“ und „Hold me now“ hängen geblieben sind, sind die anderen Songs mitnichten Lückenfüller, um ein Album voll zu bekommen. „Into the Gap“ ist es wert, mal wieder ausgegraben zu werden. Insbesondere der letzte Song des Albums hat es mir angetan. „Who can stop the rain“ hat Suchtpotential. Und was das Leben von Alannah Currie angeht: Das sollte definitiv mal verfilmt werden. Was für eine Frau! Was für ein Leben! Bis zur Fertigstellung des Films wünsche ich Euch viel Spaß mit meinem smash rewind: „Doctor! Doctor!

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