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Chilly Gonzales: I.C.E.

Chilly Gonzales: I.C.E.

Liebeserklärung

Der Kanadier Chilly Gonzales hat mit „I.C.E.“ ein wahrhaftiges, augenzwinkernd witziges und doch liebevolles Bekenntnis zu seiner neuen Heimat Deutschland verfasst. Und es ist alles Erdenkliche drin im Song. Da ist das Deutsche- Bahn- Verspätungsbashing. Oder vielleicht ist es nur ein witziger Kommentar dahingehend, dass wir Deutschen uns über verspätete Bahnen aufregen? Bei Chilly Gonzales kann man das nicht so genau wissen. Dann ist da ein intellektuelles Namedropping durch nahezug alle Epochen und Kulturbereiche der deutschsprachigen Kunst. Es geht um Brahms, Fitzcarraldo, Falco, Deichkind, Adorno, Nietzsche, C.D. Friedrich, usw. Und dann ist da die Fülle an Deutschen Redensarten und Sprichwörten, für die sich der Künstler opffenbar sehr begeistern kann. „Billigfleisch“ und „Kummerspreck“ in ein und demselben Lied? Wow!

unfairer Vergleich

Aber nicht nur das. Traininsanzüge, entartete Kunst und Cameltoes finden auch Eingang in dieses kleine Hip- Hop- Meisterwerk von Chilly Gonzales, der ja eigentlich Pianist ist und aus der Jazzecke kommt. Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache: In meinem schwirrt ständig der Name Helge Schneider rum. Sowohl Chilly Gonzales und Helge Schneider sind von Hause aus begnadete Musiker. Dass Chilly Gonzales immer mal wieder von gewohnten Pfaden abweicht und den inneren Rapper heraushängen lässt, kann ich irgendwie künstlerisch nachvollziehen, zumal die Texte ja dann auch wirklich eine Mischung aus Klamauk, Ironie, Ernsthaftigkeit und Satire sind. Bei Helge Schneiders „Katzenklo“ und vergleichbarer Dinge, bleibt nur noch der Klamauk übrig. Und das ist mir, Helge– Fans müssen jetzt stark sein, für einen Künstler wie ihn zu billig. Ich kann mit Helge NICHTS und mit Chilly ALLES anfangen.

Advantage Points

Meine Liebe zu Chilly Gonzales ist dem Morgenmagazin des ZDF geschuldet. Das muss so 2015 gewesen sein. Der Release seines Albums „Chambers“ stand kurz bevor oder lag gerade hinter ihm. Keine Ahnung. Jedenfalls promotete er jenes Album mit einem Liveauftritt und dem Song „Advantage Points„. Dieses Ding treibt mir damals wie heute die Tränen in die Augen. Keine Ahnung, warum. Es gibt keinen zweiten Song auf der Welt, der mich auf diese Weise aufwühlt. Ist es die Melodie? Sind es die Akkordwechsel? Mann! Ich weiß es doch auch nicht. Jedenfalls hat mich Chilly Gonzales‚ neuerlicher Ausflug ins Hip- Hop- Geschäft sehr erheitert. Mir scheint, meine Gefühlswelt sind die Tasten auf Chillys Klavier und er spielt einfach so darauf rum. Naja. Viel Spaß euch nun mit Chilly Gonzales und „I.C.E.„.

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