3 Staffeln lang den Hype ignoriert
Es muss kurz vor dem Release der 4. Staffel von „Stranger Things“ passiert sein, dass es meine Tochter irgendwie doch geschafft hat, mich davon zu überzeugen, mir „Stranger Things“ mal anzutun. Gefallen würde es mir, hatte sie gesagt. Naja. Seine Kinder will man ja nicht allzu häufig und schwer enttäuschen. Also startete ich 2021 oder 2022 damit, meine natürliche Abneigung gegen irgendwelche Hypes, die mir übergeholfen werden, zu überwinden und diese komische Serie mal an mich heran zu lassen. Ich hatte fast gar nichts darüber gewusst. Lediglich, dass da Kinder im Mittelpunkt stehen und irgendetwas Unerklärliches und Übernatürliches vor sich geht.
Serien der Sozialisation
Meine Tochter sollte recht behalten. Es gefiel mir nicht nur. Ich halte „Stranger Things“ mittlerweile für die beste jemals gedrehte Serie überhaupt. Und das, obwohl ich ein Kind der 80er bin und mit viel Melancholie auf Sachen wie „Knight Rider„, „A- Team„, „Hart aber Herzlich„, „Simon und Simon„, „Falcon Crest„, „Trio mit vier Fäusten„, „Auf Achse“ abgefahren bin. Großer „Star Trek„- Fan bin ich dann auch noch geworden. Wobei mir „Voyager“ und „Deep Space Nine“ ehrlicherweise nicht so zusagten.
Gerade so unter der Gruselgrenze
Aber „Stranger Things“ hat einfach das perfekteste Mischungsverhältnis aller Serienzutaten, das man nur haben kann. Es gibt tolle, sympathische Kinderdarsteller, die nicht nur extremst gut schauspielern können, sondern auch als Ensemble unglaublich gut zusammenpassen. Die Detailverliebtheit der Macher in die 80er ist zudem in verdammt jeder Szene zu sehen. Die unglaublich vielen Handlungsstränge sind perfekt miteinander verwoben, sodass man nie den Überblick verliert. Die Spezialeffekte sind einfach atemberaubend und für mein schwaches Herz gerade so noch unterhalb der Gruselgrenze. Ich weiß, obwohl die Serie ab 16 ist, gucken sich das heute auch schon 12jährige an. Meinem 12jährigen Ich wäre „Stranger Things“ damals reichlich viel zu gruselig gewesen.
Autokinoalarm
Aber auch die Chemie zwischen Hopper und Joyce ist so warmherzig, wie sie nur sein kann. Und Matthew Modine spielt eine noch nie dagewesene Art von Antagonisten. Mir gefror immer das Blut, wenn Dr. Brenner auf dem Bildschirm erschien – eine Art Bösewicht, der von sich selbst noch nicht mal weiß, dass das, was er tut, Unrecht ist. Das macht ihn umso bedrohlicher für die ZuschauerInnen, weil er keinen moralischen Kompass zu haben scheint. Wahnsinn! Und dann ist da natürlich unter Anderem Steve Harrington, gespielt von Joe Keery. Ich bin mir sicher, dass meine Tochter nicht der einzige Teenie auf der Welt ist, der gern mal mit Steve Harrington ins Autokino gehen würde. (Zum Unglück für mich als Vater gibt es hier tatsächlich ein Autokino in der Nähe und Steve ist im Juni in Berlin…)
Joe Keery ist Steve Harrington ist Djo
Und dieser Joe Keery ist auch unter dem Künstlernamen Djo mehr als nur ein passabler Musiker. Hört man sich seine Mucke so an, schiebt man den Gedanken daran, dass er einfach nur schnell seine Schauspielerbekanntheit mit ein bisschen Musik, die ihm andere schnell mal schreiben, versilbern möchte. Ganz und gar NICHT. Bereits 2014 gründete er zusammen mit ein paar Jungs die Psychedelic Rock- / Progressive Pop- Band Post Animal. Laut meiner Recherche war er dort mindestens bis 2018 Mitglied und hat als solches, wie alle Bandmitglieder, an den Songs mitgeschrieben. Ab 2019 sind Solo- Veröffentlichungen unter seinem Namen Djo im Netz zu finden.
Der verloren gegangene Song vom Weißen Album
Post Animal und Djo scheinen sich aber nach seinem Ausstieg immer noch sehr gut zu verstehen. Immerhin gehen sie zusammen auf Tour und sind im Juni sogar im Huxley’s, wo ich in diesem Jahr schon die wunderbare Lola Young erleben durfte. Normale Tickets gibt es leider dafür nicht mehr. Nur noch VIP- Packages für knappe 180 Euro. Nein danke! So, zum Song habe ich immer noch nichts gesagt. Wäre „Potion“ auf dem „White Album“ der Beatles gewesen, hätte man sich nicht weiter gewundert, außer vielleicht darüber, dass die Singstimme weder nach George, Paul, John oder Ringo klingt und die Produktion so fresh ist. Und damit ist eigentlich alles gesagt. Djo hat meinem Empfinden nach hier den Beatles Tribut gezollt. Toller Song. Euch nun viel Spaß mit Djo und „Potion„.
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